Bestellprogrammoptimierung unter Berücksichtigung von Alternativartikeln

20190706 KI Projekt WEB

Die Modellfabrik Vernetzung unterstützte ein Unternehmen bei der Optimierung des Bestellprorgamms.

Von zentraler Wichtigkeit war die Berücksichtigung der Variantenvielfalt und die daraus resultierenden Möglichkeiten der Mehrfachanwendung von Alternativartikeln in der Mikroelektronikindustrie.

Problemstellung

Die Herstellung von Leiter- und Steuerplatinen erfordert die Bestückung mit unterschiedlichsten Mikroelektronikkomponenten, die in Folge ihrer Eigenschaften auch durch andere, ähnliche Bauteilvarianten ersetzt werden können, sofern dies entsprechend dem zu Grunde liegenden Kundenauftrag zulässig ist. Diese als SET-Artikel bezeichneten Komponenten können zum betrachteten Zeitpunkt einer durchzuführenden Beschaffungsplanung in mehreren vorliegenden Aufträgen als zu beschaffendes Los mit variierenden Kombinationsmöglichkeiten auftreten und fanden bei der bisherigen Bestellplanung nur unzureichend Berücksichtigung.

Zielsetzung

Für die Fertigung von Baugruppen, in denen einzelne Komponenten durch andere gleichartige Alternativen ersetzt werden können, ist es erforderlich, diese Möglichkeiten des Austausches in der Beschaffungsplanung zu berücksichtigen. Bisher war die beschriebene Vorgehensweise an einen enormen manuellen Aufwand geknüpft und kam auf Grund ihrer Komplexität nicht zum Einsatz. Demnach sollte ein intelligentes Assistenzsystem entwickelt werden, welches den Vorgang der Beschaffungsplanung vereinfacht und optimiert. Der zuständige Mitarbeiter wird in die Lage versetzt, die laut Kundenauftrag zugelassenen Bauteilalternativen in der zum betrachteten Zeitpunkt durchzuführenden Beschaffungsplanung zu berücksichtigen und ein daraus resultierendes optimiertes Bestellprogramm abzuleiten.

Projektbeschreibung

Im ersten Schritt erfolgte eine gezielte Auswertung der Informationen und Kennzahlen des am Standort angewendeten ERP-Systems. Ziel war die Klassifizierung von zu beschaffenden Bauteilen und Komponenten als SET-Artikel. Die Betrachtung erfolgte dabei zu einem bestimmten Zeitpunkt der Planung auftragsübergreifend und ermöglichte die Ableitung von Beschaffungsalternativen unter Berücksichtigung unterschiedlicher betriebswirtschaftlicher Entscheidungsfaktoren wie beispielsweise:

  • Gesamtkosten der Beschaffung in Hinblick auf Mindestbestellmengen und Restbeständen
  • Wiederbeschaffungszeiten
  • resultierende Rüstaufwände in Abhängigkeit möglicher Doppelbelegungen.

Durch die Unterstützung des Kompetenzzentrums war es möglich, Erweiterungspotenziale der bestehenden ERP-Systemstruktur abzuleiten und entsprechende Änderungen vorzunehmen. So ist man nun in der Lage, den Bezug der zu beschaffenden Bauteile und Komponenten zu allen möglichen Herstellern und Lieferanten in der Bestellprogrammplanung zu erfassen und unter Berücksichtigung von Kundenrestriktionen in die Beschaffungsplanung einzubinden.

Mehwert für KMU

Die Berücksichtigung von der Variantenvielfalt und daraus resultierenden Möglichkeiten der Mehrfachanwendung von Alternativartikeln in der Beschaffungsplanung wurde mit einem intelligenten Assistenzsystem vereinfacht. Im Sinne der Kostenoptimierung konnten so Aufwände wie sie beispielsweise durch Mindestbestell- oder Abnahmemengen, Lager- und Rüstkosten oder auch Neu- und Wiederbeschaffungszeiten anfallen, minimiert werden.


 

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